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FloVita Balance Studio
Bewusstheit

Unsere Realität beginnt dort, wo unsere Aufmerksamkeit verweilt

Von Lisóczki Flóra · 6 Min. Lesezeit
Yoga-Übende auf einem verschneiten Bergplateau

Kennst du die Automarke BAIC? Ich kannte sie bis dahin nicht – bis ich auf einer Stadtveranstaltung einen Stand mit genau diesem Schriftzug entdeckte. Ich ging sofort hin: „Was ist eigentlich dieses BAIC?“

Zwei Tage später fiel mir auf, dass es keine 200 Meter von unserer Wohnung entfernt einen Autosalon von ihnen gibt. Wahrscheinlich stand er schon seit Monaten dort – nur war er mir bis dahin nie aufgefallen. Und auf dem Weg zur Arbeit tauchte an der roten Ampel plötzlich eine BAIC-Werbung auf. Bestimmt haben sie die genau an diesem Tag aufgehängt… ;)

Oder kennst du das Gefühl nach dem eigenen Autokauf: „Oh, da ist auch ein Hyundai… und dort noch einer!“ Ist es nicht spannend, dass Dinge, die wir vorher kaum wahrgenommen haben, plötzlich überall aufzutauchen scheinen?

Unser Gehirn trifft Tag für Tag auf eine unglaubliche Menge an Reizen: Geräusche, Farben, Menschen, Gedanken, Gefühle, Werbung, Erinnerungen. Würden wir versuchen, all das gleichzeitig bewusst zu verarbeiten, wären unser Nervensystem und unsere Aufmerksamkeit schnell überlastet. Genau deshalb filtert es ständig: Es wählt aus, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten und was im Hintergrund bleibt. Das nennen wir selektive Aufmerksamkeit.

Worauf wir uns konzentrieren, davon nehmen wir plötzlich mehr wahr. Nicht, weil sich die betreffende Sache um uns herum vermehrt hätte, sondern weil unser Gehirn ihr Bedeutung zuschreibt. Und das gilt nicht nur für Gegenstände oder Marken, sondern auch für die Gedanken und Gefühle in unserem Inneren.

Die Aufmerksamkeit gibt dem Leben eine Richtung.

Wenn wir ständig auf unsere Fehler achten, finden wir immer mehr Belege dafür, dass wir „nicht gut genug“ sind, dass alles schwer und bedrückend ist. Doch sobald wir auch das wahrzunehmen beginnen, was funktioniert, was uns trägt, was Freude oder Sicherheit schenkt – bekommt auch das immer mehr Raum in uns. Worauf wir dauerhaft unsere Aufmerksamkeit richten, das wird auch in unserem Inneren immer präsenter.

Die Frage ist oft nicht, was in unserem Leben vorhanden ist – sondern wem wir Tag für Tag mit unserer Aufmerksamkeit Raum geben. Vielleicht ist es gerade deshalb wichtig, ab und zu innezuhalten und sich zu fragen: Worauf konzentriere ich mich in letzter Zeit wirklich? Und baut mich diese Richtung eher auf oder erschöpft sie mich eher?

Wichtig ist aber: Es geht dabei nicht darum, sich immer nur auf das „Gute“ zu konzentrieren. Genauso wichtig ist es, wahrzunehmen, wenn etwas fehlt, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns wünschen, oder wenn wir uns nach etwas tiefer sehnen. Auch diese Erfahrungen tragen eine wichtige Botschaft in sich.

Die Frage liegt im Gleichgewicht. Wohin neigt sich die Waage?

Auch negative Gefühle sollten wir nicht unterdrücken oder sofort mit positiven Gedanken „überschreiben“ – Gefühle zu erleben, zu erkennen und zu verarbeiten ist ein unverzichtbarer Teil des Selbsterkenntnis-Prozesses. Und kann ich das, was ich jetzt als schwerer, „belastender“ empfinde, mit der Zeit so umwandeln, dass es nicht nur eine Last ist, sondern auch Lehre, Ressource und innere Stabilität?

Denn es geht nicht nur darum, was wir „positiv“ machen, sondern auch darum, was wir integrieren, verstehen und mitnehmen können, sodass es uns am Ende stärkt und formt.

Und wohin neigt sich gerade deine innere Waage?